Sozialrecht

Unter Sozialrecht wird die Gesamtheit aller gesetzlich definierten Normen und Vorschriften verstanden, die die soziale Sicherung der Bürger im Sinne eines Sozialstaates sicherstellen sollen. Die Hauptquelle des Sozialrechts ist das Sozialgesetzbuch.

Die Sozialversicherung bzw. ihre gesetzliche Normierung ist ein wesentlicher Bestandteil des sozialen Rechts. Die Sozialversicherung umfasst unter anderem die Arbeitslosenversicherung und die gesetzliche Kranken-, Unfall-, Renten- und Pflegeversicherung. Darüber hinaus definiert das Sozialrecht unterschiedliche Entschädigungsleistungen (zum Beispiel an Schwerbehinderte und Kriegs- sowie Gewaltopfer), Hilfeleistungen (Sozialhilfe) und Förderungen (Wohngeld, Kindergeld, Erziehungsgeld).

Auf Sozialrecht spezialisierte Anwälte unterstützen sowohl Leistungsempfänger als auch Leistungsträger. Wenn es zum Beispiel um Ansprüche auf Sozialleistungen geht, kann ein Rechtsanwalt oder ein Fachanwalt für Sozialrecht prüfen, ob diese Ansprüche im Sinne des Sozialrechts berechtigt sind und Rechtsmittel eingelegt werden können. Wenn es zum Prozess kommt, ist der juristische Beistand unverzichtbar. Bei Beitragsforderungen oder –Rückforderungen erstellen Anwälte die notwendigen Gutachten und verhandeln mit den Sozialliestungsträgern.

Artikel im Bereich Sozialrecht

Der Grad der Behinderung (GdB) ist eine Maßeinheit. Er zeigt an, wie stark ein Mensch durch seine Behinderung beeinträchtigt ist. Es handelt sich um einen Begriff aus dem Schwerbehindertenrecht. Den GdB gibt man in Zehnergraden an; der niedrigste liegt bei 20, der höchste bei 100. Dabei handelt es sich aber nicht um Prozentangaben. Menschen mit Behinderung haben Anspruch auf bestimmte Nachteilsausgleiche. Deshalb sollte man den Grad der Behinderung beim Versorgungsamt feststellen lassen. Als schwerbehindert gilt man ab einem GdB von 50. Damit hat man z. B. automatisch einen höheren Kündigungsschutz. Arbeitnehmer/innen, die einen GdB von mindestens 30 haben,...

Fällt jemand an seinem Arbeitsplatz vom Stuhl, weil er wegen Überarbeitung eingeschlafen ist und verletzt sich dabei, so besteht ein Anspruch auf Leistungen aus der gesetzlichen Unfallversicherung. Nur dann, wenn das Einschlafen auf eine nichtbetriebliche Tätigkeit zurückzuführen ist, besteht kein Versicherungsschutz. Die Sozialgerichte haben sich mit der Frage zu beschäftigen, ob bei Arbeitsunfällen der Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung greift. Dem in der Nacht vorher fröhlich feiernden und deshalb vom Stuhl stürzenden Arbeitnehmer steht kein Anspruch auf Leistungen aus der gesetzlichen Unfallversicherung zu; der Sturz sei, so...