Mediation im Erbrecht

Streitigkeiten in Erbschaftsangelegenheiten können eine außergewöhnlich große Tragweite haben. Nicht selten vergiften sie das Miteinander der Verwandtschaft so nachhaltig, dass der Streit über Generationen hinweg weitergetragen wird.

Nur ein kleiner Prozentsatz der in Deutschland jährlich vererbten Vermögensmasse wird umfassend testamentarisch geregelt. Mangelhafte oder fehlende Regulierung der Erbschaft durch den Erblasser führt beinahe immer zu Streitigkeiten unter den Hinterbliebenen. Wenn sie vor Gericht ausgetragen werden müssen, verstärkt dies die Feindseligkeiten noch mehr und das vom Gericht gefällte Urteil besänftigt die Gemüter nicht in der erwünschten Weise.

Hier kann Mediation nicht nur Kosten schonend sondern auch im Sinne einer echten Beilegung der Streitigkeiten wirken, weil das Ziel der außergerichtlichen Einigung eine einvernehmliche Lösung ist, die die Parteien als ihre eigene, selbst erarbeitete Lösung annehmen können.

Artikel im Bereich Mediation im Erbrecht

  Das OLG München hat in seinem Beschluss vom 2. 12. 2010 entschieden, dass der Beginn der Ausschlagungsfrist des Nacherben erst mit Kenntnis des Nacherbenfalls, §§ 2139 iVm 1944 II BGB. Dass der Nacherbe bereits während des Vorerbfalls Kenntnis vom Testament und somit von seiner Erbenstellung erhält, ändert hieran nichts. Das OLG München führte diesbezüglich aus, dass es dem Nacherben lediglich die Möglichkeit eröffnet, die Ausschlagungserklärung bereits mit Eintritt des Erbfalls abgeben zu können. Somit müsse der Nacherbe mit der Ausschlagung der Erbschaft nicht bis zum Eintritt des Nacherbfalls...

  § 2180 BGB sieht keine Frist für die Ausschlagung eines Vermächtnisses vor. Der BGH ent-schied im zu Grunde liegenden Sachverhalt, dass § 1944 BGB auch keine Anwendung findet. Zwar sieht § 1944 I BGB vor, dass die Ausschlagung nur innerhalb von 6 Wochen erfolgen kann. Jedoch wird in § 2180 III BGB auf diesen Paragraphen nicht verwiesen, sodass § 1944 BGB keine direkte Anwendung findet. Eine analoge Anwendung des § 1944 BGB ist nicht möglich, weil es an einer planwidrigen Regelungslücke fehlt. Diese ist jedoch Voraussetzung für eine analoge Anwendung. Folglich ist die Ausschlagung eines Vermächtnisses nicht...

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