Familienrecht

Das Familienrecht als Teil des Zivilrechts ist ein kompliziertes Geflecht von Regelungen, die das Eingehen und Auflösen von Ehen und Lebenspartnerschaften sowie die rechtlichen Bezieungen zwischen Familienmitgliedern betreffen. Dazu gehören vor allem die Ehe und nichteheliche Gemeinschaften ebenso wie die Scheidung mitsamt Folgen für die Betroffenen und für gemeinsame Kinder. Diese Angelegenheiten (Ehevertrag, Gütertrennung, Aufteilung des Hausrats und des Vermögens, Versorgungsausgleich, Sorgerecht, Unterhaltsleistungen) werden in entsprechenden Vereinbarungen und Verträgen rechtlich verbindlich geregelt. Auch für Pflegschafts-, Vormundschafts- und Betreeungsangelegenheiten ist das Familienrecht zuständig.

Bei diesem sensiblen Thema kann man nicht früh genug erkennen, dass die Unterstützung eines Rechtsanwalts oder eines Fachanwalts für Familienrecht nicht nur im aktuen Rechtsfall sondern auch vorbeugend in Anspruch genommen werden sollte, um späteren Streitigkeiten vorzubeugen. Mit rechtsverbindlichen Vereinbarungen zwischen Ehegatten oder scheidungswilligen Ehepartnern (Ehevertrag, Scheidungsfolgenvereinbarung, Unterhaltsvereinbarung, Vereinbarungen zum Versorgungsausgleich) können Hausstand, Vermögen und auch die Sorge um gemeinsame Kinder so geregelt werden, dass für Konflikte kein konkreter Anhaltspunkt mehr bleibt.

Artikel im Bereich Familienrecht

Der Unterhalt für ein minderjähriges Kind, das nach der Trennung bei einem Elternteil lebt, berechnet sich nach der sogenannten „Düsseldorfer Tabelle“. Viele Mandanten versuchen selbst – auch oft in Abstimmung mit dem anderen Elternteil – den Unterhalt aus der Düsseldorfer Tabelle ohne anwaltliche Hilfe zu berechnen. Dies kann gelingen. Oft fehlen aber wichtige Informationen, wie der Unterhalt berechnet wird. So wird übersehen, dass die Tabelle grundsätzlich für zwei Unterhaltsberechtigte gilt. Auch weiß keiner so recht, was denn vom Nettoeinkommen abzuziehen ist. Nun ist ein neuer Aspekt hinzugekommen: Die...

Oberlandesgericht Bamberg, Beschluss vom 14.05.2018 - 2 UF 14/18 - Der Kindsvater hatte sich im Sommer 2017 mittels einer vollstreckbaren notariellen Urkunde gegenüber seinem minderjährigen Sohn dazu verpflichtet, befristet bis zur Eintritt der Volljährigkeit seines Sohnes, Kindesunterhalt zu zahlen. Sein Sohn beantragte später beim Gericht die Befristung dieses Unterhaltstitels aufzuheben. Das Gericht gab seinem Antrag statt und hob die Befristung auf.  Der Vater ging daraufhin in die Beschwerde. Das OLG Bamberg bestätigte aber die Entscheidung des Erstgerichts. Es bestünde ein Anspruch auf Abänderung des Titels in einen unbefristeten...

KG Berlin, Beschluss vom 18.03.2020 - 13 UF 88/18 Die Kindesmutter hatte zunächst erreicht, den Abflug des Kindesvaters mit dem gemeinsamen Kind und seiner neuen Familie zu einer gebuchten Fernreise nach Südostasien zu vereiteln. Dabei bediente sie sich sogar der Hilfe der Bundespolizei, die den Abflug noch am Flughafen verhinderte. Die Reise konnte erst nach mehreren Tagen angetreten werden, wodurch erhebliche Mehrkosten durch Flugtickets und Hotelumbuchungen entstanden. Das Kammergericht entschied anschließend darüber, ob die Kindesmutter dem Kindesvater die durch die Verhinderung des ersten Abflugs entstandenen Mehrkosten zu ersetzen hat. Das Gericht...

Geht es um Umgangsrecht oder Sorgerecht, dann sind am gerichtlichen Verfahren nicht nur Verfahrensbeistände und das Jugendamt beteiligt. Auf Antrag und in problematischen Fällen wird ein Sachverständigengutachten vom Gericht in Auftrag gegeben. Sachverständige werden vom Familiengericht meist erst dann eingeschaltet, wenn viele vorherige Interventionen oder Lösungsansätze zu keiner Befriedung geführt haben. Deshalb haben sich Sachverständigengutachten zumeist mit höchst emotional besetzten Konflikten und Beziehungsproblemen zu befassen. Die betroffenen Eltern sind in diesem Stadium des Verfahrens nicht mehr in der Lage, gemeinsam die...