Erbrecht

Das Erbrecht regelt Fragen bezüglich des Nachlasses bzw. des Vermögens verstorbener Personen. Es bestimmt, was mit der Hinterlassenschaft zu geschehen hat, wem sie zufällt und wer für die Nachlassverbindlichkeiten haftet. Jeder kann selbst darüber verfügen, was mit seinem Vermögen nach seinem Tod geschehen soll. Dies gilt allerdings nur, wenn diese Verfügung in der gesetzlich vorgeschriebenen Form niedergelegt wird. Es kann sich dabei um ein Testament oder um einen Erbvertrag handeln.

Wenn keine solchen Verfügungen, also weder ein Testament noch ein Erbvertrag vorliegen, sieht das Erbrecht eine gesetzlich bestimmte Erbfolge vor, die auf dem Prinzip der Familienerbfolge beruht. Die gesetzliche Erbfolge geht vom vermuteten Willen des Erblassers aus und sieht Ehegatten und nächste Verwandte als Erben vor. In Deutschland gibt es auch eine auf das römische Recht zurückgehende Pflichtteilregelung. Der Pflichtteil steht Nachkommen, Vorfahren und Ehegatten zu, die im Testament ganz oder teilweise enterbt oder übergangen wurden. Dieser Eingriff in die Verfügungsfreiheit des Erblassers soll die Versorgung nächster Verwandten auch gegen den Willen des Erblassers sicherstellen.

Auf das Erbrecht spezialisierte Rechtsanwälte helfen bei der Vollstreckung eines Testaments oder bei Erbrechts- und Erbschaftsklagen. Vor Eintritt eines Todesfalls ist die fachkundige anwältliche Unterstützung für Rechtsgeschäfte unter noch Lebenden auf den Todesfall nowtendig, zum Beispiel bei Schenkung auf den Todesfall oder bei Übergabe und Auftrag auf den Todesfall.

Artikel im Bereich Erbrecht

Mancher zögert mit der Errichtung eines Testaments, weil er nicht genau weiß, was und welche Form dabei zu beachten ist...

Digitales Erbe – Facebookkonten und anderer persönlicher Datenbestand auf Datenträgern aller Art sind vererbbar! In der Vergangenheit haben sich die Erben oftmals mit Diensteanbietern darum gestritten, ob persönliche Inhalte des Verstorbenen auf sogenannten Social-Media im Netz grundsätzlich an die Erben fallen.

Die Vorsorgevollmacht macht die Anordnung einer ggf. notwendigen Betreuung jedenfalls für den in der Vollmacht geregelten Bereich entbehrlich, solange der Bevollmächtigte die ihm übertragenen Befugnisse auch tatsächlich und ausreichend wahrnimmt. Die Vorsorgevollmacht ermächtigt also eine Person Ihres Vertrauens, an Ihrer Stelle und (bis auf wenige Ausnahmen) auch ohne Einschaltung des Gerichts diejenigen Maßnahmen vorzunehmen, die Sie in der Vollmacht benennen.

Ist ein Abkömmling des Erblassers durch Verfügung von Todes wegen von der Erbfolge ausgeschlossen, so kann er von dem Erben den Pflichtteil verlangen. Der Pflichtteil besteht in der Hälfte des Wertes des gesetzlichen Erbteils. Das gleiche Recht steht den Eltern und dem Ehegatten des Erblassers zu, wenn sie durch Verfügung von Todes wegen von der Erbfolge ausgeschlossen sind.

Es gibt vier grundlegende Vollmachten und Verfügungen, die jeder volljährige Mensch haben sollte: Vorsorgevollmacht, Patientenverfügung, Betreuungsverfügung und Testament. Falls Sie minderjährige Kinder haben, kommt noch die Sorgerechtsverfügung hinzu. Seien Sie verantwortungsbewusst und sorgen Sie für den Ernstfall vor, auch um Ihrer Liebsten willen.

Ein Erbfall ist immer eine traurige Angelegenheit, wenn ein Elternteil verstorben ist. Trotzdem ist es auch hier wichtig, den Nachlass zügig aufzuteilen. Dies gilt besonders dann, wenn die Erbschaft eine Immobilie enthält. Wegen der anfallenden Erbschaftssteuer kann es interessant sein, möglichst schnell selbst in das Haus oder die Wohnung einzuziehen. Zieht nämlich ein Kind des Erblassers ein, fällt keine Erbschaftssteuer an. Die Wohnfläche darf nicht größer als 200 m² sein – was in den meisten Fällen gegeben ist. In seiner Entscheidung Urteil vom Mai 2019 hat der Bundesfinanzhof noch einmal deutlich gemacht, dass ein Erbe...

Immer mehr Deutsche erfüllen sich den Traum vom Ruhestand unter südlicher Sonne. Doch egal ob das Leben im Ausland in der eigenen Finca, im Altersheim oder noch beruflich veranlasst in einer Firma stattfindet – jeder, der den Großteil seiner Zeit außerhalb Deutschlands verbringt, muss jetzt beim Stichwort „Erbrechtsverordnung“ aufhorchen. Seit 17. August nämlich gelten europaweit neue Regeln für Erbfälle, die einen Auslandsbezug haben. In Einzelfällen bleibt kein Stein mehr auf dem anderen.

Serie von zehn Beiträgen: Wissenswertes zum Thema Erben und Vererben, von Rechtsanwalt und Fachanwalt für Erbrecht Martin Soukup, München.

Serie von zehn Beiträgen: Wissenswertes zum Thema Erben und Vererben, von Rechtsanwalt und Fachanwalt für Erbrecht Martin Soukup, München.