Bau- und Architektenrecht / Baurecht, privat

Im Gegensatz zum Öffentlichen Baurecht regelt das private Baurecht die rechtlichen Beziehungen zwischen dem Bauherren, der als Privatperson einen Auftrag vergeben will, und seinen Vertragspartnern (Architekt, Bauunternehmer und Handwerker).

Bei der Vertragserstellung gilt das Prinzip der Vertragsautonomie, so dass hier lediglich die Richtlinien des Werkvertragsrechts und des Nachbarschaftsrechts einen gesetzlichen Rahmen vorgeben.

Die Überprüfung des Vertrags, eine rechtskundige Baubegleitung, die Überwachung der Abnahme und schließlich die Geltendmachung entstandener Ansprüche sind Tätigkeiten, die private Bauherren gerne ihren Rechtsanwälten überlassen, weil ihnen diese Option viel Ärger ersparen kann.

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Kommt es zu Schäden durch fehlerhafte Werkleistung, dann können im deutschen Recht dem Geschädigten vertragliche Ansprüche (nämlich aus Werk-/Bauvertrag nach § 634 BGB), zugleich aber auch deliktische Ansprüche aus sog. unterlaubter Handlung (§§ 823, 831 BGB) wegen Eigentumsverletzung zustehen. Das ist vor allem für die Verjahrung wichtig: Die werkvertraglichen Ansprüche unterliegen oftmals einer kürzeren Verjährung (§ 634a BGB) als die deliktischen Ansprüche.

Schon seit 01.1.2018 gilt neues privates Baurecht. In der gerichtlichen Praxis hat das bisher noch kaum eine Rolle gespielt. Denn gerichtsanhängig waren bisher nur Streitigkeiten mit Bauverträgen, die schon zuvor geschlossen wurden und auf die noch altes Recht Anwendung findet. Vielfach verwenden Baufirmen, Architekten, Handwerke auch heute noch alte Vertragsmuster, die aber auf die neue Unterscheidung zwischen "Werkvertrag", "Bauvertrag", "Verbraucherbauvertrag" usw. noch nicht berücksichtigen. Das ist riskant. Grund genug, das neue Recht noch einmal kurz vorzustellen: