Bank- und Kapitalmarktrecht / Kapitalanlegermusterverfahrensgesetz

Dieses 2005 geschaffene und zunächst auf 5 Jahre befristete Gesetz ist ein Novum der deutschen Gesetzgebung insofern als es ein Musterverfahren im Zivilrecht etabliert. Sinn des Musterverfahrens ist es, eine Vielzahl gleichartiger Klagen zu einem einzigen Prozess zu bündeln und dadurch das Gerichtsverfahren erheblich zu beschleunigen. Klagende kommen schneller zu ihrem Recht und Beklagte erlangen rascher Rechtssicherheit durch die Rechtssprechung.

Das Kapitalanleger-Musterverfahrensgesetz kommt bei Klagen durch geschädigte Anleger wegen falscher, irreführender oder unterlassener Informationen dann zur Anwendung, wenn in mindestens zehn Schadenersatzklagen die Befragungen analoge oder gleichlautende Tatbestände ergeben. Einheitlicher Gerichtsstand für alle Kläger ist der Sitz des beklagten Unternehmens.

Ein weiterer Vorteil neben der Beschleunigung des Verfahrens ist die Tatsache, dass der finanzielle Last für die Kläger auch dann geringer ausfallen, wenn sie den Prozess verlieren. Die Kosten werden anteilig auf alle Kläger verteilt. Um eine Verjährung zu vermeiden, müssen die Klagen trotz Verfahrensbündelung einzeln eingereicht werden. Hierbei stehen Ihnen Rechtsanwälte mit dem Spezialgebiet Bank- und Börsenrecht gerne zur Verfügung.

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