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Schadensersatz für Wirecard-Verluste?

Nach dem Kurseinbruch des Dax-Unternehmens auf nahezu "Null" fragen sich die Aktionäre der Wirecard AG ob sie ihre Verluste tatenlos hinnehmen müssen.

Am 18.6.2020 musste die Wirecard AG einräumen, dass Gelder i.H.v. 1,9 Milliarden € auf ausgewiesenen Treuhandkonten nicht (mehr) vorhanden sind. Der Aktienkurs brach daraufhin massiv ein. Kurz darauf meldete die Wirecard AG Insolvenz an. Aktionäre tragen grundsätzlich das volle Verlustrisiko ihrer Aktien. Es können aber wegen dieser Verluste möglicherweise erfolgversprechend Schadensersatzansprüche geltend gemacht werden.

Es spricht viel dafür, dass die Wirecard AG den Kapitalmarkt über mitteilungspflichtige Informationen zu spät unterrichtet hat. Daher könnte die Wirecard AG selbst in Anspruch genommen werden wegen der Verletzung von Ad-Hoc-Pflichten. Allerdings könnten Ansprüche gegen die Wirecard AG selbst lediglich im Insolvenzverfahren nach dessen Eröffnung angemeldet werden.

Daneben kommen Haftungsansprüche gegen die Organe der AG, Vorstand und Aufsichtsrat in Betracht, insbesondere gegen den vormaligen CEO Markus Braun wegen Betrugs und Untreue. Markus Braun hat nach Presseberichten im Juni 2020 die Hälfte seiner Aktien an der Wirecard AG veräußert und dafür 155 Millionen € erlöst.

Außerdem sind Ansprüche gegen die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young zu prüfen, da Abschlussprüfungen in den Vorjahren möglicherweise nicht mit der gebotenen Sorgfalt durchgeführt wurden. Zu beobachten ist auch, ob ein Feststellungsverfahren nach den Kapitalanleger-Musterverfahrensgesetz gegen die Wirecard AG und weitere Haftungsgegner  stattfinden wird, um sich dem Verfahren anzuschließen.

Schadensersatzansprüche können sowohl Aktionären der Wirecard AG als auch den Inhabern von Wirecard-Anleihen oder Derivaten, wie Optionsscheine oder Zertifikate, die auf den Referenzwert dem der Kurs der Wirecard AG zu Grunde liegt,basieren, zustehen. Gerne prüfen wir für Sie Schadensersatzansprüche gegen die Verantwortlichen und beraten Sie über das Kostenrisiko.

Frau Rechtsanwältin Sandra Schmitt -Fachanwältin für Bank-und Kapitalmarktrecht- ist Ansprechpartnerin bei der Kanzlei Dr. Waldhorn & Partner Rechtsanwälte mbB unter Telefon-Nr. 0931/322963 und E-Mail-Adresse post@kanzlei-waldhorn.de

Erschienen am (Bearbeitet am 7. August 2020 )