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Die Durchsetzung von Schadensersatzanspüchen im Arzthaftungsrecht

Die Durchsetzung von Schadensersatzansprüchen im Arzthaftungsrecht

"Das Verhältnis von Arzt und Patient ist in der Idee der Umgang zweier vernünftiger Menschen, in dem der wissenschaftliche Sachkundige dem Kranken hilft" (Karl Jaspers)

Der Idealtypus scheitert indes manches Mal an einer falschen Diagnose, fehlender oder unzureichender Aufklärung, unterlassenen oder fehlerhaften Behandlungsmaßnahmen.

Bei der Durchsetzung berechtigter Schadensersatzansprüche muss der geschädigte Patient allerdings hohe Hürden überspringen.

Selbst wenn ein Verstoß gegen die anerkannten Regeln der ärztlichen Kunst offenkundig ist - was von den verantwortlichen Ärzten bzw. den hinter ihnen stehenden Haftpflichtversicherern allerdings nur selten zwanglos bestätigt wird - scheitert die Durchsetzung der vermeintlichen Schadensersatzansprüche häufig an der Kausalitätsfrage, d.h. an dem Nachweis eines ursächlichen Zusammenhangs zwischen dem Behandlungsfehler und dem Gesundheitsschaden.

Schon die außergerichtliche Anmeldung eines möglichen Schadensfalles sollte deshalb anwaltlich begleitet werden, damit die Weichen von Anfang an richtig gestellt und teure und langwierige Prozesse möglichst vermieden werden. So gilt es u.a. die Behandlungsdokumentation zeitnah zu sichern und auszuwerten, ergänzende Befundberichte anzufordern, den richtigen Verfahrensweg auszuwählen, fachmedizinischen Rat einzuholen, die Schadenspositionen abzuklären und den Ersatzanspruch zu beziffern. Die Bandbreite ist vor allem beim Schmerzensgeld erheblich.

Zudem ist die Auswahl und Befragung medizinischer Sachverständiger nicht nur für den Prozesserfolg von erheblicher Bedeutung.

Aber auch die geschädigten Patienten können zu einem guten Gelingen beitragen, indem sie - möglichst vor der ersten Kontaktaufnahme mit dem Rechtsanwalt Ihrer Wahl -, in einem schriftlichen Gedächtnisprotokoll den Behandlungsverlauf chronologisch festhalten, die gesundheitlichen Folgen der ärztlichen Behandlung konkret beschreiben sowie mögliche Zeugen und sämtliche relevante vor- und nachbehandelnde Ärzte mit Namen und Anschrift benennen.

Soweit den Geschädigten bereits medizinische Unterlagen vorliegen, sollten sie ihrem Anwalt diese, zusammen mit dem Gedächtnisprotokoll, noch vor dem ersten Beratungsgespräch zur Verfügung stellen. Hierdurch lassen sich Chancen und Risiken einer Rechtsverfolgung besser abschätzen und unnötige Kosten vermeiden.


Verfasser:
Rechtsanwalt Jochen Wiegand
Fachanwalt für Medizinrecht


 

Erschienen am (Bearbeitet am 9. Juli 2019 )

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