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Beginn der Ausschlagungsfrist des Nacherben

 


Das OLG München hat in seinem Beschluss vom 2. 12. 2010 entschieden, dass der Beginn der Ausschlagungsfrist des Nacherben erst mit Kenntnis des Nacherbenfalls, §§ 2139 iVm 1944 II BGB.

Dass der Nacherbe bereits während des Vorerbfalls Kenntnis vom Testament und somit von seiner Erbenstellung erhält, ändert hieran nichts. Das OLG München führte diesbezüglich aus, dass es dem Nacherben lediglich die Möglichkeit eröffnet, die Ausschlagungserklärung bereits mit Eintritt des Erbfalls abgeben zu können. Somit müsse der Nacherbe mit der Ausschlagung der Erbschaft nicht bis zum Eintritt des Nacherbfalls warten.

Die Vorverlegung des Fristbeginns ist nicht möglich, weil die gemäß § 1944 II BGB erforder-liche Kenntnis erst im Zeitpunkt des Anfalls der Nacherbschaft vorhanden ist.

OLG München, Beschluss vom 2. 12. 2010 - Az. 31 Wx 67/10

Rechtsanwältin Orzol, Juni 2011
 

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