PDF downloaden

Abberufung und Kündigung eines (GmbH-) Geschäftsführers aus wichtigem Grund (Teil 1)

Die Abberufung und Kündigung eines Gesellschafter-Geschäftsführers kann in der Praxis zu erheblichen Komplikationen führen. Oft lässt sich ein gerichtlicher Prozess nicht vermeiden. Probleme ergeben sich vorwiegend immer dann, wenn der Geschäftsführer einer Gesellschaft eine erhebliche Pflichtverletzung begeht. Eine Pflichtverletzung kann beispielsweise in der Veruntreuung von Geld liegen oder darin, dass der Geschäftsführer sich anderweitig illoyal verhält. Das effektivste Mittel gegen einen solchen Geschäftsführer ist dessen Abberufung und Kündigung aus wichtigem Grund. Nur so kann die Gesellschaft vor weiteren negativen Aktivitäten geschützt werden.

Die Voraussetzungen für eine Abberufung und Kündigung im Einzelnen:

  1. Erhebliche Pflichtverletzung
  2. Unzumutbarkeit der Weiterführung der Tätigkeit als Geschäftsführer für die Gesellschaft
  3. Rechtsfolge: Abberufung und Kündigung aus wichtigem Grund

Handlungsmöglichkeiten in der Praxis:

Da die Gesellschaft dem Geschäftsführer bei einer Amtspflichtverletzung schnellstmöglich die Hände binden möchte, stellt sich die Frage, welche sofortigen Handlungsmöglichkeiten sich den Gesellschaftern bieten.

1. Ausübung des Hausrechts

Eine denkbare Möglichkeit, die Gesellschaft vor dem Geschäftsführer zu schützen ist, das Hausrecht auszuüben und den Geschäftsführer der Räume zu verweisen. Problematisch ist dabei, dass der Geschäftsführer als Organ der Gesellschaft das Hausrecht solange ausübt bis er diese Stellung verliert. Im Übrigen kann sich der Geschäftsführer bei einer Verweisung durch die Gesellschafter mittels einstweiliger Verfügung Zugang zu den Räumen verschaffen, sodass sich die Verweisung als weniger effektives Mittel erweist. Auch die Möglichkeit der Gesellschafter, mithilfe ihrer Allzuständigkeit das Hausrecht an sich zu ziehen, bietet sich nicht an, da dies nur im Wege einer förmlichen Gesellschafterversammlung möglich ist. Die Durchführung einer solchen Versammlung stellt sich bei Streitigkeiten zwischen dem illoyalen Geschäftsführer und den anderen Gesellschaftern jedoch meist als schwierig dar.

2. Kontroll- und Überwachungsmaßnahmen

Auch der Einsatz eines privaten Sicherheitsdienstes erweist sich in der Praxis als untauglich, da der Gesellschaftsgeschäftsführer sein eigenes Hausrecht ausüben kann, um den Sicherheitsdienst der Räume zu verweisen.

3. Mitarbeiter informieren

In der Praxis ist es wichtig, die Mitarbeiter in einem vertraulichen Gespräch über die Abberufung und Kündigung des Geschäftsführers zu informieren, dabei aber so wenige Informationen wie möglich preiszugeben. Der Zweck dahinter ist, zu verhindern, dass dem illoyalen Geschäftsführer wichtige Informationen in die Hände fallen und er diese zum Nachteil der Gesellschaft Nutzen kann.

4. Kunden und Geschäftspartner informieren

Das klärende Gespräch mit den Kunden und Geschäftspartnern sollte so sachlich wie möglich ausfallen sowie idealerweise unverzüglich nach Abberufung des Geschäftsführers. Dabei bietet sich der Einfachheit halber die Schriftform an. Um für Rückfragen jederzeit zur Verfügung zu stehen, ist es geboten, einen Ansprechpartner auf dem Informationsschreiben anzugeben, den sowohl Kunden als auch Geschäftspartner kontaktieren können.

Fazit

Sofortige Reaktionsmöglichkeiten stellen sich in der Praxis meist als ungeeignet dar. Wie sie stattdessen gegen einen abtrünnigen Geschäftsführer vorgehen können, stellen wir Ihnen in „Abberufung und Kündigung eines (Gesellschafter-) Geschäftsführers aus wichtigem Grund (Teil 2) – Ablauf der Gesellschafterversammlung“ dar. 

Erschienen am

Der Organisationsablauf unserer Kanzleien ist zertifiziert z.B. durch

TÜV Rheinland - nach CERT ISO 9001
TÜV Rheinland
nach CERT ISO 9001
DEKRA - nach CERT ISO 9001
DEKRA
nach CERT ISO 9001
TÜV HESSEN - nach CERT ISO 9001
TÜV HESSEN
nach CERT ISO 9001