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Schadensersatz bei vereiteltem Umgang

Viele umgangsberechtigte kennen das Problem. Man reist von weit her an und erfährt dann vom betreuenden Elternteil, dass das Kind zum vereinbarten Termin keinen Umgang wünscht.

Viele umgangsberechtigte kennen das Problem. Man reist von weit her an und erfährt dann vom betreuenden Elternteil, dass das Kind zum vereinbarten Termin keinen Umgang wünscht. Der Umgangsberechtigte reist unverrichteter Dinge wieder ab und bleibt auf seinen Kosten sitzen. Nicht so nach einer Entscheidung des Oberlandesgerichts Köln. Danach hat der betreuende Elternteil die Pflicht, den Umgang zwischen dem Kind und dem anderen Elternteil nicht nur zu dulden sondern positiv zu fördern, das Kind zu motivieren und auch positiv auf den Umgang einzustimmen. Verstößt der betreuende Elternteil hiergegen, hat der Umgangsberechtigte Anspruch auf Schadensersatz für seine nutzlos aufgewandten Reisekosten. Findet vereinbarter oder gerichtlich festgesetzter Umgang nicht statt, so ist es nach Auffassung des Oberlandesgerichts Sache des betreuenden Elternteils zu erklären und zu beweisen, dass alles zumutbare unternommen wurde, um den Umgang zu ermöglichen. Wenn dieser Beweis nicht gelingt, wird von einem Verschulden des betreuenden Elternteils ausgegangen.

Quelle: OLG Köln, Beschluss vom 4.7.2014- 4 UF 22/14

Fundstelle: BeckRS 2015, 00947


 

Erschienen am (Bearbeitet am 15. September 2020 )