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Pflichtteil

Ist ein Abkömmling des Erblassers durch Verfügung von Todes wegen von der Erbfolge ausgeschlossen, so kann er von dem Erben den Pflichtteil verlangen. Der Pflichtteil besteht in der Hälfte des Wertes des gesetzlichen Erbteils. Das gleiche Recht steht den Eltern und dem Ehegatten des Erblassers zu, wenn sie durch Verfügung von Todes wegen von der Erbfolge ausgeschlossen sind.

Pflichtteil

Wer beim Erbfall als Abkömmling (Kind, Enkelkind, usw.), Elternteil oder Ehegatte leer ausgegangen ist hat, wenn er ohne Testament gesetzlicher Erbe geworden wäre, einen Pflichtteilsanspruch gegenüber dem/den Erben in Höhe der Hälfte des gesetzlichen Erbteils.

Damit der Pflichtteilsberechtigte seinen Anspruch der Höhe nach bestimmen kann gibt ihm das Gesetz einen umfassenden Auskunftsanspruch, wobei der Erbe umfassendes eigenes Wissen über alle positiven und negativen Vermögenswerte bekannt geben muss, die sich im Nachlass befinden. Er muss darüber hinaus auch sich Wissen verschaffen und dem Pflichtteilsberechtigten das Ergebnis zumutbarer Recherchen übermitteln. Hierzu gehört auf Verlangen auch, gegenüber den beteiligten Banken Auskunftsansprüche geltend zu machen.

Der Erbe muss er alle Gegenstände (auch Hausratsgegenstände) auflisten und alle für die Bewertung einzelner Positionen erhebliche Faktoren mitteilen.

Darüber hinaus hat der Pflichtteilsberechtigte sogar einen Anspruch gegenüber dem Erben, den Wert einzelner zum Nachlass gehörender Gegenstände auf Kosten des Nachlasses zu ermitteln (Wertermittlungsanspruch).

Einzelheiten zu den Ansprüchen und ihrer Durchsetzung können nur im Rahmen qualifizierter individueller Rechtsberatung erörtert werden.

Erschienen am (Bearbeitet am 11. Januar 2020 )