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Die wichtigsten Vollmachten und Verfügungen - Entlastung für die Angehörigen im Ernstfall

Es gibt vier grundlegende Vollmachten und Verfügungen, die jeder volljährige Mensch haben sollte: Vorsorgevollmacht, Patientenverfügung, Betreuungsverfügung und Testament. Falls Sie minderjährige Kinder haben, kommt noch die Sorgerechtsverfügung hinzu. Seien Sie verantwortungsbewusst und sorgen Sie für den Ernstfall vor, auch um Ihrer Liebsten willen.

1. Vorsorgevollmacht

Mittels der Vorsorgevollmacht regeln Sie Ihre Interessen bei einer gesundheitlichen Beeinträchtigung für den Fall, dass Sie selbst nicht mehr in der Lage sind, Entscheidungen zu treffen. Oft wird fälschlicherweise angenommen, dass dann automatisch die Angehörigen zuständig sind. Dies ist nicht der Fall. Auch wenn Ihre Angehörigen Ihnen im Ernstfall hoffentlich zur Seite stehen werden, haben sie nach deutschem Recht keine automatische Befugnis zu einer Vertretung und Entscheidung in allen Angelegenheiten. Das gilt auch für Ehegatten. Fehlt eine Vorsorgevollmacht oder Betreuungsverfügung, holt das Betreuungsgericht medizinische Gutachten über den Gesundheitszustand des Betroffenen ein und bestellt von Amts wegen kostenpflichtig einen Betreuer. Das Gericht kann zu Ihrem Betreuer sogar völlig fremde Personen bestellen und zwar selbst dann, wenn sich Ihnen nahestehende Personen dagegen aussprechen. Auf diese Weise erhalten also womöglich Dritte und Behörden Einblick in Ihre privaten Verhältnisse und Finanzen. Diesen Umstand empfinden viele Menschen als unangenehm. Derzeit sind zudem deutlich über eine Million Betreuungsverfahren anhängig. Die Gerichte sind dadurch in hohem Maße belastet, so dass bis zur Bestellung eines Betreuers auch noch wichtige Zeit vergehen kann. Mit Hilfe der Errichtung einer Vorsorgevollmacht können Sie diese Situation vermeiden. Ein Betreuer darf nämlich nur bestellt werden, wenn die Betreuerbestellung nicht anderweitig abgewendet werden kann. Haben Sie demnach zuvor selbst im Zustand der Geschäftsfähigkeit eine Vertrauensperson zur Vornahme der Geschäfte bevollmächtigt, ist die Anordnung der Betreuung weitestgehend ausgeschlossen.

2. Patientenverfügung
Mit einer Patientenverfügung können Sie selbst bestimmen, wie Sie medizinisch behandelt werden möchten, wenn Sie krankheitsbedingt nicht mehr zu einer Willensäußerung in der Lage sind. Die Patientenverfügung bedarf der Schriftform, so dass eine eigenhändige Unterschrift erforderlich ist. Inhaltlich muss die Patientenverfügung klar und bestimmt die Wünsche des Betroffenen umschreiben. Daher sollten die Lebens- und Behandlungssituationen beschrieben werden, für die die Patientenverfügung gelten soll. Eine Aktualisierungspflicht besteht nicht. Damit die Patientenverfügung auch zur Kenntnis gelangt, sollte ein Hinweis darauf in der Brieftasche mitgeführt werden und eine Registrierung im Zentralen Versorgungsregister erfolgen.

3. Betreuungsverfügung
Von einer Betreuungsverfügung spricht man, wenn der Betroffene bereits vor Eintritt der Betreuungsbedürftigkeit einen Vorschlag für einen möglichen Betreuer macht. Diesem Vorschlag hat das Betreuungsgericht dann später zu entsprechen, wenn es nicht dem Wohl des Betreuten zuwiderläuft.

4. Testament
Das Testament wird auch als letztwillige Verfügung bezeichnet. Mit dieser einseitigen, jederzeit widerrufbaren Willenserklärung bestimmen Sie über die Verteilung Ihres Vermögens im Falle des Todes. Ohne Testament gilt die gesetzliche Erbfolge mit der Folge einer meist schwerfälligen und streitanfälligen Erbengemeinschaft bei mehr als einem Erben.

5. Sorgerechtsverfügung
Mit einer Sorgerechtsverfügung können Eltern testamentarisch bestimmen, wer nach ihrem Tod ihre minderjährigen Kinder vertreten soll. Sie können auch bestimmte Personen vom Sorgerecht ausschließen. Dadurch legen Sie verantwortungsvoll fest, bei wem Ihre Kinder am besten aufgehoben sind.

Überprüfen Sie Ihre Dokumente regelmäßig!
Die professionelle Erstellung der Dokumente ist die wesentliche Grundlage dafür, dass Ihre Angehörigen im Ernstfall weitestgehend entlastet werden. Wichtig ist neben der professionellen Erstellung auch die regelmäßige Überwachung, im Hinblick auf Veränderungen von individuellen Rahmenbedingungen und Lebensumständen. Ebenso müssen Sie Ihre Originale gegen Verlust oder Missbrauch schützen und sicher hinterlegen.

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