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Die Errichtung eines Testaments

Mancher zögert mit der Errichtung eines Testaments, weil er nicht genau weiß, was und welche Form dabei zu beachten ist...

 

Das Bürgerliche Gesetzbuch enthält Regelungen über die gesetzliche Erbfolge. Neben dem Ehegatten sind nach der gesetzlichen Erbfolge nur Blutsverwandte berufen. Diese Regelungen über die gesetzliche Erbfolge kommen aber nur dann zur Anwendung, wenn der Erblasser durch letztwillige Verfügung in einem Testament oder Erbvertrag keine Abweichungen angeordnet hat. Das Testament geht – wenn es wirksam errichtet wurde – somit den Regelungen zur gesetzlichen Erbfolge vor.

Das eigenhändige Testament hat den Vorteil, dass es keine Kosten verursacht und jederzeit errichtet werden kann. Andererseits besteht die Gefahr der Fälschung, der unbefugten Vernichtung oder der Unauffindbarkeit im Erbfall. Auch besteht die Gefahr, dass oftmals eine fachkundige Beratung fehlt und das Testament aus diesem Grund womöglich unklare Regelungen enthält, die Anlass für Streitigkeiten zwischen Verwandten oder den sonst dem Erblasser nahestehenden Personen auslösen.

Das eigenhändig errichtete Testament kann in amtliche Verwahrung gegeben werden. Diese bietet sich vor allem für Alleinstehende oder für Menschen an, die befürchten, dass ihr Testament nach ihrem Tod beseitigt oder verfälscht wird. Die Hinterlegung schützt dann das Testament vor Manipulationen und Vernichtung. Sobald das Gericht vom Tod des Erblassers erfährt, eröffnet es das Testament und benachrichtigt die Erben und Pflichtteilsberechtigten.

Für die Verwahrung eines Testaments verlangt das Nachlassgericht eine einmalige und pauschale Gebühr in Höhe von 75,00 €. Hinzu kommt eine weitere Gebühr von 18,00 € für die gesetzlich vorgeschriebene Registrierung in dem bundesweiten zentralen Testamentsregister.


Stefan Günther, Rechtsanwalt
Rechtsanwälte Dr. Schmidt & Günther, Ringstraße 18/20, 04703 Leisnig

Erschienen am (Bearbeitet am 8. Dezember 2020 )