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EuGH-Urteil vom 26.03.2020 ermöglicht den Widerruf von zahlreichen Darlehensverträgen ab 2010

In dem Verfahren mit dem Aktenzeichen C 66/19 hatte sich der Europäische Gerichtshof mit der Frage zu befassen, inwiefern die Formulierung „ Die Frist beginnt nach Abschluss des Vertrags, aber erst, nachdem der Darlehensnehmer alle Pflichtangaben nach § 492 Abs. 2 BGB (z.B. Angabe zur Art des Darlehens, Angabe zum Nettodarlehensbetrag, Angabe zur Vertragslaufzeit) erhalten hat.“ den rechtlichen Anforderungen genügt. Der EuGH kam zu dem Ergebnis, dass dieser sog. „Kaskadenverweis“ unzulässig ist. Der Verbraucher muss selbst in den Gesetzen nach den Pflichtangaben recherchieren, von welchen der Beginn der Widerrufsfrist abhängt. Dies ist ihm jedoch nicht zumutbar. Außerdem ist der Verweis nicht mit dem europäischen Recht vereinbar, wonach der Verbraucher in klarer und prägnanter Form in die Lage versetzt werden muss, den Beginn der Widerrufsfrist selbst zu erkennen.

Dies hat nun zur Folge, dass der Widerruf des Darlehensvertrags auch viele Jahr nach Vertragsschluss erklärt werden kann. Dies ist für den Verbraucher mit hohen finanziellen Vorteilen verbunden. Ältere Darlehensverträge enthalten vergleichsweise hohe Zinssätze. Heute ist es dagegen möglich, Darlehensverträge mit sehr niedrigen Zinsen zu erhalten. Für gewöhnlich verlangt die Bank für die vorzeitige Ablösung des Darlehens eine hohe Vorfälligkeitsentscheidung. Diese entfällt komplett bei einem Widerruf des Darlehens. Außerdem kann der Verbraucher infolge der Rückabwicklung von der Bank eine Nutzungsentschädigung für die bereits gezahlten Zins- und Tilgungsleistungen verlangen. Dies können durchaus 10.000,00 EUR sein.

Glücklicherweise sind die Rechtsschutzversicherungen grundsätzlich verpflichtet, die Kosten für die außergerichtliche und gerichtliche Durchsetzung des Widerrufs zu übernehmen. Voraussetzung ist lediglich, dass der Versicherungsnehmer mit dem Darlehen keinen Neubau bzw. genehmigungspflichtigen Umbau finanziert hat und bereits selbst erfolglos den Widerruf gegenüber der Bank erklärt hat.
Wenn die Bank auf das Widerrufsschreiben innerhalb der gesetzten Frist nicht reagiert hat oder den Widerruf zurückgewiesen hat, ist der Rechtsschutzfall nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs zu diesem Zeitpunkt eingetreten.

Aufgrund der Komplexität der Materie sollten Verbraucher für die Durchsetzung des Widerrufs nur einen Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht beauftragen. Falsche Anträge oder die Nichtbeachtung der Besonderheiten im Darlehensvertrag können sonst schnell zu einem Verlust des Rechtsstreites führen.

Gerne unterstützen wir Sie bei der Durchsetzung Ihres Widerrufsrechts. Unsere Kanzlei verfügt über 2 Fachanwälte für Bank- und Kapitalmarktrecht. Wir haben bereits für hunderte Verbraucher den Widerruf erfolgreich durchgesetzt. Zudem werden wir von der Stiftung Warentest als eine der erfolgsreichsten Kanzleien im Zusammenhang mit dem Widerruf von Darlehensverträgen gelistet (https://www.test.de/Immobilienkredite-So-kommen-Sie-aus-teuren-Kreditvertraegen-raus-4718800-4719373/). Wir sind keine „Massenkanzlei“. Bei uns steht der persönliche Kontakt mit dem Mandanten im Vordergrund. Sie können uns jederzeit anrufen, mit ihrem sachbearbeitenden Anwalt sprechen oder einen persönlichen Termin vereinbaren. Außerdem halten wir Sie über sämtliche Schritte auf dem Laufenden.“
 

Erschienen am (Bearbeitet am 2. April 2020 )