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Die mündliche Kündigung

Trotz Schriftformerfordernis kann die mündliche Kündigung wirksam werden, wenn der Arbeitnehmer nichts unternimmt.

Vor Jahren wurde das Schriftformerfordernis für die Kündigung des Arbeitsverhältnisses eingeführt, damit  spontane Äußerungen  ( " Ich gehe jetzt......., verlassen Sie sofort die Firma.... " ) nicht mehr zu beweisbelasteten Kündigungsschutzprozessen führen. Dennoch kommt es in der Praxis nicht selten vor, dass ein Arbeitgeber mündlich kündigt mit den Worten " Sie können nach Hause kommen, ich will hier nicht mehr sehen ... " oder ähnlichem oder auch durch den direkten Ausspruch einer Kündigung. Dies kommt vor allem in kleinen Betrieben vor.

Dem Arbeitnehmer ist dringend zu empfehlen, sich innerhalb angemessener Zeit gegen die Kündigung vor dem Arbeitsgericht zu wehren. Denn das Landesarbeitsgericht Berlin-Brandenburg hat am 16.8.2010 ( 25 Ta 1628/10 ) beschlossen, dass eine erst nach 7 Monaten erhobene Kündigungsschutzklage gegen eine formunwirksame mündliche Kündigung verwirkt ist. Das Gericht ist der Meinung, dass Treu und Glauben den Arbeitnehmer verpflichten, gegen eine mündlich ausgesprochene Beendigung des Arbeitsverhältnisses sich innerhalb angemessener Zeit zu wehren, wobei das Gericht eine Frist von 6 Wochen für angemessen hält.

 

Praxistipp:

 

Da nicht vorauszusehen ist, ob andere Gerichte längere oder kürzere Fristen für angemessen halten, sollte die dreiwöchige Klagefrist eingehalten werden, die ansonsten gegen schriftliche Kündigungen besteht. Kündigt der Arbeitgeber mündlich fristlos, so sollte die Klage erst nach Ablauf von 2 Wochen eingereicht werden. Wird nämlich der Arbeitgeber durch die Kündigungsschutzklage auf Unwirksamkeit der Kündigung aufmerksam, kann dann jedenfalls nicht mehr schriftlich fristlos gekündigt werden, da dies nur innerhalb von 2 Wochen ab Kenntnis der zu Grunde liegenden Umstände möglich ist.

Erschienen am (Bearbeitet am 26. November 2019 )