Kirchenrecht

Das Kirchenrecht ist die Summe der Regeln und Vorschriften, die eine Religions- oder Weltanschauungsgemeinschaft für sich definiert.
Der Geltungsbereich dieser Regeln und Vorschriften erstreckt sich nur auf jene Religions- oder Weltanschauungsgemeinschaft, die sie verfasst hat. Daraus folgt, dass jede dieser Gemeinschaften ihr eigenes Kirchenrecht hat (z.B. der Codex Iuris Canonici, der Kodex des kanonischen Rechts, ist das Gesetzbuch der römisch-katholischen Kirche). Die Religionsgemeinschaft muss eine Körperschaft des öffentlichen Rechts sein, damit ihre internen Regelungen als öffentliches Recht gelten.

Das Kirchenrecht bestimmt die innere Organisation einer Religionsgemeinschaft, definiert ihre Organe und Gemeinden. Die Gesetze und Verordnungen regeln die einzelnen Funktionen der Kirche bis ins Detail (vom Ablauf des Gottesdienstes bis hin zu Themen wie Vermögensverwaltung, Steuern und Dienstrecht). Das kirchliche Arbeitsrecht ist verpflichtend für eine große Zahl von Arbeitnehmern, deren Dienstgeber eine Kirche ist. Für ein Verfahren vor einem kirchlichen Gericht (z.B. Ehenichtigkeitsverfahren, Annullierung einer Ehe) können auf Kirchenrecht spezialisierte und vom zuständigen Diözesanbischof zugelassene Rechtsanwälte hinzugezogen werden.