Berufsrecht

Die Gesamtheit der zu einem speziellen Berufsrecht gehörenden Rechtsvorschriften regelt den Zugang zum betreffenden Beruf und auch dessen Ausübung (zum Beispiel das Berufsrecht der Ärzte, das Berufsrecht der Steuerberater usw.). Der gemeinsame Nenner dieser Berufe ist die Tatsache, dass sie der Gewerbeordnung nicht unterliegen sondern so genannte „freie Berufe“ sind, für die das jeweilige Berufsrecht ausschlaggebend ist. Freie Berufe sind fachlich unabhängige und eigenverantwortliche Tätigkeiten in wissenschaftlichen, künstlerisch-kreativen, unterrichtenden, erzieherischen, pflegenden, therapierenden und medizinischen Bereichen.

Die im Berufsrecht niedergelegten gesetzlichen Regelungen sind für manche der freien Berufe strenger und zahlreicher als zum Beispiel für die deutlich weniger bis kaum regulierten künstlerischen Berufe. Ein wesentlicher Faktor dabei ist der Verbraucherschutz. Berufe, die zwangsläufig mit intensivem Verbraucherkontakt einhergehen und bei denen Fehler, Pannen und Risiken Hab und Gut, Gesundheit oder gar das Leben von Verbrauchern gefährden oder beeinträchtigen können, sind wesentlich straffer und eingehender geregelt als Berufe ohne eine solche Implikation. Zugang zu und Ausübung von Berufen wie zum Beispiel Arzt, Apotheker oder Rechtsanwalt sind strenger reglementiert als etwa der Beruf eines Autors oder eines Schauspielers.