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Fachanwälte Dallhammer & Kellermann

Inkassounternehmen und Datenschutz

Die Beauftragung eines Rechtsanwalts mit der Forderungsbeitreibung ist vor dem Hintergrund datenschutzrechtlicher Bestimmungen erheblich effektiver als die Beauftragung eines Inkassounternehmens.

Das Bundesdatenschutzgesetz (BDSG) regelt die Weitergabe personenbezogender Daten an Dritte. Verletzt ein Unternehmen die Vorschriften des Bundesdatenschutzgesetzes, kann dies zu ordnungsrechtlichen Konsequenzen und zu Schadenersatzforderungen der betroffenen Personen führen.

Die Weitergabe von Kundendaten an sogenannte Auskunfteien ist nur eingeschränkt möglich. Da Inkassounternehmen rechtlich auch als Auskunftei eingestuft werden können, hat das Bundesdatenschutzgesetz direkte Auswirkungen auf das Forderungsmanagment von Unternehmen.

Ein Unternehmen kann die personenbezogenen Daten zum Beispiel nur dann weitergeben, wenn mindestend zwei schriftliche Mahnungen dem Kunden zugestellt worden sind. Der Kunde muss vor der Weitergabe seiner Daten auch über die Absicht, die Daten an eine Auskunftei weiterzugeben, informiert worden sein. Schließlich darf die Forderung vom Kunden nicht bestritten worden sein und zwischen der ersten Mahnung und der Weitergabe der Daten an die Auskunftei müssen mindestens vier Wochen liegen.

Das Bundesdatenschutzgesetz führt daher dazu, dass die Beauftragung von Inkassounternehmen, die als Auskunftei einzustufen sind, formelle Hürden bereitet, die zu einer zeitlichen Verzögerung der Forderungsdurchsetzung führen. Rechtsanwälte werden rechtlich nicht als Auskunftei behandelt, so dass durch die Beauftragung von Inkassoanwälten, dieser Zeitverlust vermieden werden kann und das Forderungsmanagment effektiver gestaltet werden kann.

Erschienen am 25. Juli 2011