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Rechtsanwälte Martin Vogel & Kollegin

Totalschaden - Reparatur mit Gebrauchtteilen nach Vorgaben des Sachverständigen bis zur Höhe des Wiederbeschaffungswertes

Bei einem Totalschaden können Sie die Reparatur gegebenenfalls mit Gebrauchtteilen bis zur Höhe des Wiederbeschaffungswertes durchführen, auch wenn ansonsten ein Totalschaden eingetreten ist

Der Bundesgerichtshof hatte einen Totalschadensfall zu entscheiden, bei dem der Wiederbeschaffungswert 2220 € betrug, der Restwert 800 € und die vom Gutachter geschätzten Reparaturkosten 3746,73 €.  Der Geschädigte ließ das Fahrzeug entsprechend den Vorgaben des Sachverständigen zum Preis von 2139,70 €  reparieren. Die Versicherung rechnete auf Totalschadensbasis ab und zahlte 1400 €.

Der Bundesgerichtshof stellt klar, dass grundsätzlich bis zu 130 % des Wiederbeschaffungswertes repariert werden darf, wenn das Fahrzeug noch mindestens 6 Monate weiter benutzt wird.  Auch hob der Bundesgerichtshof hervor, dass eine fiktive Abrechnung auf 130 % Basis nicht zulässig ist. Zulässig ist nach Auffassung des Gerichtes allerdings eine Reparatur nach Vorgaben des Sachverständigen bis zur Höhe des Wiederbeschaffungswertes, wenn der Geschädigte  den vom Gutachter vorgegebenen Reparaturweg einhält, die Reparatur allerdings deswegen günstiger wird, weil er an Stelle von Neuteilen Gebrauchtteile verwendet. Dementsprechend hat der Geschädigte in diesem Fall einen Anspruch auf Zahlung von weiteren 739,70 €.

Sollte Ihr Fahrzeug einen Totalschaden erlitten haben,  können Sie nach dem Urteil mit Gebrauchtteilen die Reparatur bis zur Höhe des Wiederbeschaffungswertes durchführen, wenn hierbeibei der vom Gutachter vorgegebene Reparaturweg eingehalten wird.

Erschienen am 20. Februar 2011