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Beteiligung des Mitarbeiters am Firmenkapital

Dass Mitarbeiter an ihrem Unternehmen beteiligt sind, ist nichts Neues. Bislang geschah dies z.B. bereits in Form von Unternehmensanteilen, Prämien ,stillen Beteiligungen oder Belegschaftsaktien. Am 01.April 2009 ist nun das Gesetz zur steuerlichen Förderung der Mitarbeiterkapitalbeteiligung in Kraft getreten. Mit der Neuregelung soll die Beteiligung von Arbeitnehmern an „ihrem“ Unternehmen erleichtert und ausgebaut werden. Zum einen wird es künftig mehr staatliche Förderung geben.

So soll der Erwerb von Kapitalanteilen am eigenen Betrieb bis 360
Euro steuerfrei bleiben, der Fördersatz für vermögenswirksame Leistungen , die in
Beteiligungen angelegt werden, um zwei Prozent auf 20 Prozent steigen. Die
Einkommensgrenzen für die Arbeitnehmer-Sparzulage werden für Ledige auf 20.000
Euro und für Verheiratete auf 40.000 Euro erhöht. Wirklich neu hingegen ist die
Einführung von sogenannten Mitarbeiterbeteiligungsfonds. Zusätzlich zu direkten
Beteiligungen von Mitarbeitern am Unternehmen werden damit Beteiligungen von
Mitarbeitern über einen speziellen Fonds –zum Beispiel für einzelne Branchen –
gefördert. Die Fonds sind dann verpflichtet, spätestens nach drei Jahren 60 Prozent
ihres Vermögens in Unternehmen zu investieren, von deren Mitarbeitern das Geld
kommt. Die Fonds werden von einer Kapitalanlagegesellschaft verwaltet und stehen
unter Aufsicht der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht. Das Kapital der
Anleger , sprich der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, ist vom übrigen Vermögen der
Kapitalanlagegesellschaft getrennt und damit im Falle einer Insolvenz des
Unternehmens geschützt. Die Förderung gibt es aber nur unter der Voraussetzung,
dass das Unternehmen die Vermögensbeteiligung freiwillig und zusätzlich gewährt;
sie darf also weder ein Anspruch des Beschäftigten noch ein tariflicher oder
vertraglicher Teil seines Arbeitslohns sein oder mit anderen Ansprüchen der
Beschäftigten verrechnet werden.
Mein Tipp: Sind Mitarbeiter auch finanziell an ihrem Unternehmen beteiligt, steigt
auch deren Leistungsbereitschaft und Verantwortungsbewusstsein. Vor der
Beteiligung am eigenen Unternehmen sollte sich der Mitarbeiter aber auch im klaren
sein, dass er gegen finanzielle Risiken nicht gefeit ist .

Erschienen am 14. Dezember 2010