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Rechtsanwälte und Fachanwälte Braetsch, Jessen & Partner, Rechtsanwälte PartG

Änderungen in der Düsseldorfer Tabelle


Am 01.01.2011 ist die neue „Düsseldorfer Tabelle“ in Kraft getreten. Die Düsseldorfer Tabelle dient in der Regel als Richtlinie für die Berechnung von Unterhaltsansprüchen. Sie wird durch das Oberlandesgericht Düsseldorf herausgegeben und regelmäßig überarbeitet.

Änderung hat es zum 01.01.2011 im Wesentlichen im Bereich der Selbstbehalte des Unterhaltspflichtigen gegeben. Die Änderungen stellen wir Ihnen wie folgt dar:

Besteht eine Unterhaltspflicht gegenüber Kindern bis 21. Jahre, die im Haushalt eines Elternteils leben und sich noch in einer allgemeinen Schulausbildung befinden, beträgt der Selbstbehalt des erwerbstätigen Unterhaltspflichtigen ab Januar 2011 950,00 EUR, statt wie bisher 900,00 EUR.

Ist der Unterhaltspflichtige nicht erwerbstätig beträgt der Selbstbehalt gegenüber Kindern bis 21 Jahre, die im Haushalt eines Elternteils leben und sich noch in der allgemeinen Schulausbildung befinden, wie bisher 770,00 EUR.

Gegenüber anderen volljährigen Kindern beträgt der Selbst-behalt nunmehr 1.150,00 EUR, statt wie bisher 1.100,00 EUR.

Ebenfalls angehoben wurde der Selbstbehalt gegenüber Ehegatte oder Mutter/Vater eines nichtehelichen Kindes. Hier beträgt der Selbstbehalt des Unterhaltspflichtigen nunmehr 1.050,00 EUR. Es erfolgte eine Anhebung um 50,00 EUR.

Bei einer Unterhaltsverpflichtung gegenüber den eigenen Eltern darf der Unterhaltspflichtige sich ab dem 1.1.2011 auf einen Selbstbehalt von 1.500,00 EUR berufen. Bislang war nur ein Betrag von 1.400,00 EUR vorgesehen.

Nicht verändert wurden die Unterhaltsbeträge der Unterhalts-berechtigten, da die Unterhaltsbeträge mit der Düsseldorfer Tabelle 2010 bereits um ca. 13% erhöht worden waren. Ange-passte wurde allerdings der angemessene Gesamtunterhaltsbedarf eines studierenden Kindes, das nicht mehr bei seinen Eltern wohnt. Dieser beträgt ab dem 01.01.2011 670,00 EUR. Durch die Erhöhung um 30,00 EUR wird der Unterhaltsbedarf an den zum 01.10.2010 erhöhten BAföG-Höchstsatz angepasst.

Erschienen am 14. Januar 2011