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Rechtsanwaltskanzlei Bansemir § Spiegel

Deutsche Vermögensberatung AG, Frankfurt, haftet!!

Das Landgericht Ravensburg hat mit Urteil v. 11.08.2011 die Deutsche Vermögensberatung AG, Frankfurt, wegen fehlerhafter Beratung eines Anlegers zur Freistellung von noch vorhandenen Kreditverbindlichkeiten bzw. zum Ersatz sämtlichen Schadens verurteilt welcher durch die Anlageberatung entstanden ist!

Einem Anleger wurde im Jahr 1999 der Abschluss einer darlehensfinanzierten Lebensversicherung bei der AachenMünchener Lebensversicherung AG empfohlen. Die Darlehenstilgung sollte mit der Ablaufleistung aus dem Lebensversicherungsvertrag erfolgen.

Im Zeitpunkt des Rückzahlungstermins ergab sich jedoch ein Fehlbetrag durch den nicht erwartungsgemäßen Verlauf des Versicherungsvertrages und die dadurch für die Darlehenstilgung nicht ausreichende Ablaufleistung.

Für das Landgericht Ravensburg stand es nach Durchführung des Rechtsstreits in der I. Instanz fest, dass der Anleger im Zeitpunkt des Abschlusses der Verträge kein Verlustrisiko erkennen konnte im Hinblick auf die Beratung durch eine für die Deutsche Vermögensberatung AG am Wohnsitz des Anlegers tätige Beraterin. 

Die Deutsche Vermögensberatung AG hat gegen dieses Urteil Berufung eingelegt zum Oberlandesgericht Stuttgart.

Im Hinblick darauf, dass der Vertragsabschluss bereits 1999 war, war auch die evtl. Verjährung der Schadensersatzansprüche ein rechtliches Thema im Rahmen des Rechtsstreits I. Instanz.
Es ist somit allen Anlegern dringend zu empfehlen, wenn sie festgestellt haben, dass ein empfohlenes Produkt nicht ihren Erwartungen entspricht, das Vorliegen evtl. Schadensersatzansprüche anwaltlich prüfen zu lassen. Insbesondere auch deshalb, weil aufgrund des seit 01.01.2002 geltenden Verjährungsrechts im Bürgerlichen Gesetzbuch zu der regelmäßigen Verjährungsfrist von 3 Jahren zum 31.12.2011 eine weitere Verjährungsfrist, nämlich die 10-jährige Frist ab Entstehung des Anspruchs, hinzukommen kann.

Rechtsanwältin Renate Bansemir,

Fachanwältin für Bank- und Kapitalanlagerecht

 

Erschienen am 12. September 2011