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Fristlose Kündigung wegen Beleidigung eines Kunden als Arschloch?

Wie das Leben so spielt, ein Wort gibt das andere und am Ende bekommt man die fristlose Kündigung. Fraglich ist nur, ob rüde Umgangsformen immer gleich eine Kündigung oder gar eine Fristlose rechtfertigen ...

Wie das Leben so spielt, ein Wort gibt das andere und am Ende bekommt man die fristlose Kündigung.


Aber nach der Rechtsprechung ist das nicht immer auch richtig, insbesondere dann nicht wenn es sich um einen einmaligen Vorgang handelt.
Das Schleswig-holsteinige Landesarbeitsgericht (Aktenzeichen: - LAG Schleswig-Holstein, 4 Sa 474/09 -) hatte kürzlich einen Fall zu entscheiden, der sich so ähnlich täglich in deutschen Innenstädten abspielt:

Ein Lkw – Fahrer belieferte für seinen Arbeitgeber einen Kunden in der Innenstadt, wobei er durch eine enge, überbaute Einfahrt in den Innenhof rangieren musste.

Dies hatte er auch stets unfallfrei bewerkstelligt. Eines schönen Morgens stoppte ihn hierbei ein ihm unbekannter Mann in gereiztem Ton mit dem Hinweis “Wie oft wollt ihr jetzt da oben noch gegen fahren?“, worauf er vom Lkw – Fahrer die Antwort bekam:“ Ich liefere hier schon seit Jahren aus und jetzt geh´mir aus dem Weg, du Arsch!“

In der folgenden Auseinandersetzung fiel dann auch noch das unschöne Wort „Arschloch“. Der Unbekannte war der Liegenschaftsverwalter des Kunden.

Danach erhielt der Lkw – Fahrer die fristlose Kündigung, weil er die Geschäftsbeziehung zum Kunden gefährdet habe.

Auf seine Kündigungsschutzklage hin bekam er aber in 2 Instanzen Recht.

Die Gerichte befanden, dass das Verhalten und die Entgleisungen ohne Frage inakzeptabel seien, aber eine Abmahnung gereicht hätte um den Kläger vor Wiederholungen zu warnen. Zu Gunsten des Lkw – Fahrers sei zu berücksichtigen, dass er nicht gewusst habe, wer die unbekannte Person sei und sich in der Vergangenheit beanstandungsfrei führte.


Als Arbeitnehmer sollte man also eine gute Rechtschutzversicherung und den passenden Rechtsanwalt haben

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Ulf Linder, Fachanwalt für Arbeitsrecht

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Erschienen am 1. Dezember 2010